
Taijiquan,
Schattenboxen, ist eine der traditionellen Sportarten Chinas,
die der Gesundheit besonders zuträglich sind. Ursprünglich
diente das Taijiquan dem Kampfe ohne Waffen. Heute ist das
Schattenboxen, so der ausländische Name für das Taijiquan,
eine der entwickeltesten und verbreitesten Formen der allgemeinen
Leibesertüchtigung, die in China immer beliebter geworden
ist.
Taijiquan zeichnet sich dadurch aus, daß zu seiner
Ausübung weder besonderes Gerät noch besonderer Ort
benötigt wird, die Alltagskleidung und ein geöffnetes
Fenster reichen völlig aus. Auch Alters- oder geschlechtsbedingte
Einschränkungen gibt es nicht. Taijiquan kann jeder
lernen und überall zu jeder Zeit ausüben.
Durch die langsamen, weichen und fließenden Bewegungen
und die Konzentration auf den Körper werden Körper und
Geist harmonisiert. So fördert Taijiquan sowohl körperliche
Gesundheit als auch seelische Ausgeglichenheit, Ruhe,
Konzentration und Ausdauer, und hat sich bei der Bekämfung
chronischer Krankheiten wie Bluthochdruck, Neurasthenie
und Lungenturberkulose als wirksam erwiesen.
Vom Standpunkt der Sportmedizin aus tragen diese Eigenarten
des Taijiquan sehr zur Vorbeugung und zur Behandlung von
Erkrankungen bei.
Der
hohe Grad an Konzentration, den das Taijiquan erfordert,
fördert ebenfalls die Funktion des Zentralen Nervensystems.
Da der Körper zur gleichen Zeit wie der Geist in Anspruch
genommen wird, regen diese Übungen die Hirnrinde an,
reizen verschiedene Regionen und wirken hemmend auf andere
ein. Dies ermöglicht dem Gehirn, sich auszuruhen, und
entläßt die Großhirnrinde aus der pathologischen
Spannung, die von allerei Unbehagen hervorgerufen wird.
Somit trägt dieser Sport zur Heilung von verschiedenen
Nerven- und Geisterkrankungen bei.
Im allgemeinen kann man die Taijiquan-Übungen in drei
Stufen einteilen. Bei der ersten Stufe ist das Hauptgewicht
auf die grundlegenden Bewegungen und Posituren zu legen.
Die Hand- und Schrittformen, Hand- und Schrittbewegungen
sowie Körperhaltungen und -formen müssen eingeübt
und beherrscht werden, damit man sie richtig, sanft und
anmutig ausführen kann. Bei der zweiten Stufe hat man
sich mit dem Gemeinsamen und dem Wesentlichen der Übungen
vertraut zu machen, so daß die Bewegungen fließend
ineinander übergehen. Bei der dritten Stufe ist der
Schwerpunkt auf die Kraftanwendung in Verbindung mit der
Konzentration und der Atmung zu legen. Die Gedanken, die
Atmung und die Kraft müssen aufeinander abgestimmt sein.
Übung macht den Meister, das gilt auch für das Taijiquan.
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