Schreiende Motoren, tiefschwarzer Asphalt, blitzende
Geschoße. Die Formel 1 ist ein heißer, zeitweise
auch ein umstrittener Sport. Und gehört zu den populärsten
Sportarten. Mehr als 300 Millionen Zuschauer weltweit
verfolgen jeweils die Rennen am Fernsehen und fiebern
mit den Piloten und deren Teams um die ersten Ränge.
China
hat einen Vertrag von 2004 bis 2010, um in Shanghai einen
Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft auszutragen. Shanghai
ist die reichste und größte Stadt Chinas. Sie
kokettiert gerne mit dem Etikett ,,größte Baustelle
der Welt'' zu sein. Hier fährt der erste kommerziell
genutzte Transrapid der Welt, das vierthöchste Gebäude
der Welt steht in der Hafenmetropole, und der nächste
Superlativ ist auch schon fertig.
Der Aachener Architekt Hermann
Tilke, der als Koryphäe unter den Formel 1 Strecken-Designern
gilt, hat die Strecke entworfen. Für die Schanghaier
hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: Die Strecke soll
dem ersten chinesischen Zeichen ihres Stadtnamens "Shang"
ähneln, was "auf" oder "über"
heißt. Mit einiger Fantasie ist die Form im Entwurf
tatsächlich zu entdecken.
Im
Jahr 2004 erlebte die technisch aufwändigste und
wohl bislang auch teuerste Formel-1-Strecke der Welt ihr
Debüt. Sie liegt in Jiading, einem Aussenbezirk Shanghais,
ganz in der Nähe der Autostadt Anting - dort, wo
VW seine Polos, Passats, Golfs und Santanas vom Band laufen
lässt, in der sich bereits über 180 in- und
ausländische Unternehmen niedergelassen haben und
wo sich sämtliche Betriebe der Automobilindustrie
konzentrieren sollen. 250 Millionen Dollar ließen
sich die Shanghaier alleine die Strecke plus Teamboxen
kosten. Der Preis für den gesamten Komplex dürfte
sogar rund 400 Millionen Dollar betragen, da unter anderem
noch Einkaufs- und Freizeitzentren, Hotels und ein Landeplatz
für Hubschrauber gebaut werden sollen Mit China wurde
so ein weiterer Zukunftsmarkt für die Formel 1 erschlossen.
Sieger des ersten Rennens 2004 wurde Rubens Barrichello
(Ferrari) vor Kimi Räikkönen (McLaren) und Jenson
Button (BAR). Den Rundenrekord hält Michael Schumacher
(1:32.238).
F1 Preis
Rund 200.000 Zuschauer sollen im Oktober 2005 vor Ort
den zweiten Grand Prix Chinas erleben. Nach Angaben der
Veranstalter sollte die Eintrittskarte 370 (ca.37 Euro)
bis 3700 Yuan (ca.370 Euro) kosten, wie anderenorts auch
sind die teuersten Karten die für die Hauptzuschauertribüne
und die VIP-Kabinen. Die Zuschauertribüne auf dem
Rasen steht für die meisten F1 Fans relativ preiswert
zur Verfügung. Die billigste Karte für einen
Tag kostet nur 160 Yuan (ca.16 Euro).
Die Stadtverwaltung Shanghai ist sehr
optimistisch bezüglich der Formel 1, denn es bringt
nicht nur Geld, sondern auch ein gutes Image als Weltmetropole.
Die Marketingexperten arbeiten an einem Gesamtkonzept,
daß die Anlage 365 Tage im Jahr kommerziell nutzt.
Ein großer Vorteil der Strecke ist ihre Multifunktionalität.
Sämtliche Formel-Serien, Sport- und Tourenwagen-Rennen,
Motorrad-Läufe und Markenpokale können in Schanghai
ausgetragen werden. Es werden rund 400.000 Touristen pro
Jahr erwartet. Die Kosten der Strecke sollte sich bis
2013 amortisiert haben.
| 2006 |
Formel 1-Kalender |
| 12. März |
Bahrain/Manama |
| 19. März |
Malaysia/Sepang |
| 02. April |
Australien/Melbourne |
| 23. April |
San Marino/Imola |
| 07. Mai |
Europa/Nürburgring |
| 14. Mai |
Spanien/Barcelona |
| 28. Mai |
Monaco/Monte Carlo |
| 11. Juni |
Großbritannien/Silverstone |
| 25. Juni |
Kanada/Montreal |
| 02. Juli |
USA/Indianapolis |
| 16. Juli |
Frankreich/Magny-Cours |
| 30. Juli |
Deutschland/Hockenheim |
| 06. August |
Ungarn/Budapest |
| 27. August |
Türkei/Istanbul |
| 10. September |
Italien/Monza |
| 17. September |
Belgien/Spa-Franchorchamps |
| 01. Oktober |
China/Schanghai |
| 08. Oktober |
Japan/Suzuka |
| 22. Oktober |
Brasilien/São Paulo* |
| |
* = noch nicht bestätigt |
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